Atlantik-Trip 2015

 
Bewertung:  / 2
SchwachSuper 

Die Eckdaten

Dauer: 8 Tage
Entfernung: 3028 km
Highlights: Paris, Ärmelkanal-Küste, Brüssel, Kyffhäuser
Bonus: Platten, leere Batterie, Sturz 

 

Tag 1 – Sonntag

Ein Frühstück zum Abschied, dann wurde die Maschine beladen und los ging‘s. Dieses Mal waren auch meine neuen Satteltaschen am Start, die sich als sehr nützlich und komfortabel erwiesen haben. Das Ziel des Tages war Geldersheim bei Schweinfurt. 

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Tag 2 – Montag

An diesem Tag wollte und habe ich Frankreich erreicht. Noch ein leckeres Stück Rhabarber-Kuchen zum Abschied und dann auf ins Land der Baguettes. Das Ziel des Tages war Brulange bei Metz.

Dort angekommen hatte ich beim Check der Maschine mein erstes Abenteuer zu bestehen. Im Hinterrad steckte ein Metallstift, der noch die Luft vorm Entweichen bewahrte. Schnell entfernt und da war der Platten, auf Französisch 'Crevaison'. Zum Glück kann man in Frankreich in jedem Supermarkt Dichtmittel in Druckflaschen erwerben, die für diesen Fall sehr gut geeignet waren. Also Luft raus, Dichtmittel inklusive Druckluft rein und 20 km zum Verteilen fahren. Et voilà – der Reifen war repariert.

Vielen Dank noch einmal an die Eigentümerin meiner Unterkunft für die Hilfe bei der Organisation des Dichtmittels.

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Tag 3 – Dienstag

Dieser Tag führte mich Quer durch Frankreich bis nach Angerville in der Nähe von Paris. Es gab viel tolle Landschaft und das gewisse Etwas von Frankreich bei tollem Wetter zu erleben. Ein super Tag.

Übrigens darf in Frankreich ein Motorrad-Fahrer auch von hinten geblitzt werden, also haltet Ausschau nach kleinen grauen Kästen im Format eines Stromkastens am Straßenrand.

Dieses Mal hatte ich eine Unterkunft bei einer Gastfamilie, die auch leidenschaftliche Biker waren und außerdem Möbel aus Wellpappe herstellen.

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Tag 4 – Mittwoch

Heute hatte ich die kürzeste Strecke vor mir, die mich aber quer durch Paris führen sollte. Der Verkehr in Paris ist erstaunlich. Auf den ersten Blick wirkt er erschreckend und chaotisch, aber wenn man mal das Prinzip verinnerlicht hat, geht es flüssig vorwärts. Die Fahrbahnmarkierung zwischen den Spuren ist z.B. die Zweirad-Spur. Ansonsten gilt die Devise „einfach fahren“, wobei der mehrspurige Kreisverkehr besonders lustig ist. Dabei geht es auch sehr entspannt zu, sowas wie Hupen hört man nur sehr selten.

Ich habe dann dem Eiffelturm nach insgesamt 1382 km einen Besuch abgestattet und bin weiter nach Norden gefahren. Kaum war ich aus Paris heraus und wollte eine Pause machen, da ereilte mich das nächste Abenteuer. Meine Batterie war leer und damit war meine Weiterfahrt erst einmal unterbrochen. Und da muss ich sagen, dass die Franzosen doch schon eines tolles Volk sind. Innerhalb kurzer Zeit haben 3 angehalten und wollten mir helfen, wobei leider erst der Dritte ein Starthilfekabel dabei hatte. Und schon konnte es weitergehen.

Mein Ziel des Tages war Veulettes-sur-Mer, ein kleines verträumtes Küstendorf, wo ich ein Zimmer im La Maison D`Albâtre hatte, was das tollste Zimmer der ganzen Reise war. Auch mit den Gastgebern sind gute Gespräche entstanden.

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Tag 5 – Donnerstag

Dieser Tag führte mich die Ärmelkanal-Küste entlang nach Norden durch viele kleine Dörfer und beschauliche Straßen die immer wieder einen Blick aufs Meer zuließen.

Dieser Tag war fahrerisch der tollste der Woche und das Ziel hieß Wimereux.

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Tag 6 – Freitag

Dieser Tag war der Anstrengendste und Schwierigste der Woche und endete auch noch unglücklich. Ziel war die Durchquerung von Belgien bis zu den Niederlanden und ich muss schon sagen Belgien wird mich als Biker nie wieder sehen. Das ist echt ein beschissenes Land zum Motorradfahren abseits der Autobahnen. Es gibt nur kerzengrade Betonplattenstraßen, von denen mein Hinterteil immer noch weh tut. Noch dazu gibt es kaum Landschaft, ein Ort ist an den Nächsten geklebt, was schon trübsinnig machen kann.

Ich habe außerdem noch Brüssel durchfahren, was den Tag nicht im Geringsten besser gemacht hat. Das ist eine dreckige und aggressive Stadt. Im Vergleich zu Paris läuft dort gar nichts und die Atmosphäre ist von Stress und Hupen geprägt. Auch diese Stadt würde ich kein zweites Mal besuchen. Und auch die Pommes sind in Beligien kein Weltwunder. Wenn das alles ist, wofür die bekannt sind, ist das einfach mal gar nichts.

Nach dem ich endlich aus Belgien raus war, wurde ich in den Niederlanden von einem schweren Unwetter überrascht, mit Blitzen, Sturmböen und Starkregen. Eine kurze Unachtsamkeit hatte mich dann entjungfert und führte zum ersten Sturz seit ich Motorrad fahre. Zum Glück war ich nur langsam unterwegs und konnte noch das Schlimmste verhindern. Resultat war dennoch ein Loch in der Abdeckung des Zündgebers, was in Kombination mit Regen nicht so toll ist. Hier konnte ich mir aber mit Alufolie vom Aldi und Draht aus dem Baumarkt helfen, was dann bis nach Hause gut gehalten hat.

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Tag 7 – Sonnabend

Heute betrat ich wieder deutschen Boden und wollte als letzten Zwischenstopp Kassel erreichen. Dabei war es von mir nicht sonderlich klug eine Route im Raum Düsseldorf-Köln-Bonn zu suchen. Hierum sollte der Biker lieber einen Bogen machen.

Tag 8 - Sonntag

Das war der letzte Tag meines Trips, welcher mich wieder nach Hause bringen sollte. Zur Krönung des Ganzen habe ich mir aber noch ein Bonbon gegönnt und bin über den Kyffhäuser gefahren. Hui, so viele tollen Kurven!

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Die Reise war genau das, was ich gesucht habe - ein Abenteuer!